· 

Travel Guide: Marokko

Eine Woche war ich auf Workation in Marokko. Die meiste Zeit war ich zwar damit beschäftigt, tolle Stücke für meinen Webshop Jungle No. 9 zu finden, dazwischen war aber natürlich trotzdem genug Zeit, um ein bisschen auf Erkundungstour zu gehen. Denn wenn es eines gibt, was man in Marokko wirklich ausgiebig machen kann, dann ist es Erkunden! Egal wie oft man schon durch die gleiche Gasse gelaufen ist, man entdeckt immer wieder Neues.

How to get there

Austrian Airlines bietet an bestimmten Tagen Direktflüge von Wien nach Marrakesch an. Die sind aber recht schnell ausgebucht und da ich kein geborener Frühbucher bin, blieben mir nur mehr die Flüge mit einem Stopp. Ich hatte daher einen kurzen Aufenthalt in Genf, was aber nicht weiter schlimm war. Meistens sind die Direktflüge auch ein bisschen teurer.

Ich habe für meine Flüge etwa 400 € gezahlt - ein recht stolzer Preis, aber ich war etwas spät dran und es war vieles schon ausgebucht. Zudem war ich eher unflexibel was die Reisezeiten betrifft. Wenn man früh bucht und recht flexibel ist, was das Datum angeht, der kann aber um einiges günstigere Preise finden!

Da ich einen etwas straffen Zeitplan hatte, war ich nicht so richtig flexibel was die Art der Fortbewegung angeht. Ich musste weite Strecken in kurzer Zeit zurücklegen und habe mir deshalb für einen Tag einen Fahrer gebucht ( ja ziemlich unökologisch, i know, please don't kill me). Für den ganzen Tag und eine Strecke von fast 900 km habe ich umgerechnet 270 € gezahlt. Ich weiß leider nicht mehr, über welche Agentur dieser Fahrer gebucht wurde, denn das hat mein Riad für mich organisiert. Wenn man einen Fahrer buchen möchte, ist es immer am besten das über die Unterkunft zu machen. Dann hat man vorher einen Preis und muss nicht nachher feilschen. Natürlich gibt es auch einfach Taxis, die man nehmen kann. Hier kann man aber Glück oder Pech haben - feste Preise sind nicht üblich und man wird relativ schnell über den Tisch gezogen. Grundsätzlich gilt, sich immer vorher genau anzusehen, wo man hin will und das gleich vorher auszumachen. Google Maps ist teilweise nicht sehr genau, und ein Ziel zu erklären, das man selbst nicht genau kennt, erweist sich oft als schwierig.

Wer lieber etwas billiger und nachhaltiger reisen möchte, dem empfehle ich den Supratours. Die Busse fahren verlässlich und sind mit Wifi ausgestattet und wirklich sehr komfortabel. Tickets kann man vor Ort kaufen, leider habe ich die Preise nicht mehr im Kopf.

Where to stay

In den Städten würde ich immer empfehlen, in der Medina zu schlafen, da man hier mittem im Geschehen ist. Ich habe sowohl für Marrakesch als auch für Essaouria ein Riad gebucht. Riads sind eigentlich traditionelle marokkanische Häuser, meist mit Innenhof. Viele werden als Pension oder Hotel betrieben, meisten von einer Familie. In Marrakesch habe ich im Riad Alla Aischa gewohnt, eine etwas versteckt gelegene kleine Pension im Herzen der Medina. In Essaouira habe ich im Riad Daranur übernachtet. Hier findet ihr die tollste Dachterrasse der Stadt mit 360 Grad Aussicht! Beide kann man über Booking.com buchen und ich kann beide sehr empfehlen!

Strolling through the Cities

Ich würde grundsätzlich jedem empfehlen, im alten Stadtteil, der Medina, zu übernachten. Hier findet man viele Souks und kann alles gut zu Fuß erkunden. Die Medina wird von der alten Stadtmauer begrenzt - hier fahren keine Autos, aber viele Fahrräder und Mopeds! In Marrakesch ist die Medina relativ groß mit vielen verwinkelten Gassen, die Google Maps gar nicht erst anzeigt. Man kann sich daher auch ganz leicht mal verirren. Ich habe mir immer versucht mir bestimmte Anhaltspunkte einzuprägen, und konnte mich so ganz gut orientieren. Trotzdem war ich immer ganz stolz, wenn ich wieder zurück zur Unterkunft gefunden habe :).  Am besten, man hat immer eine Visitenkarte von der Unterkunft bei sich, damit man zur Not nach dem Weg fragen kann. Hierzu aber ein kleiner Tipp: In Marrakesch herrscht reges Treiben und es dreht sich alles um Kaufen und Verkaufen. Wenn einem also jemand den Weg zeigen möchte, dann passiert es oft dass dieser jemand ein Mittelsmann ist, der einen dann zu einem Laden führt und dort vom Besitzer Provision bekommt bzw. von dir Geld verlangt. Oft wird dir auch der falsche Weg gesagt oder es wird gesagt, dass die Straßen gesperrt sind. Von meiner Unterkunft habe ich den Tipp bekommen, immer alte Damen zu fragen, und dieser Tipp hat ganz gut funktioniert. In Essaouira läuft das Ganze wieder anders ab. Hier kann man problemlos jeden nach dem Weg fragen, die Menschen sind super freundlich und hilfsbereit.

Handeln in den Souks

Der Hauptgrund für meine Reise nach Marokko war der Einkauf für meinen Webshop Jungle No. 9. Dementsprechend Bammel hatte ich schon davor, um Preise zu feilschen. Außer mal auf Flohmärkten, bin ich es einfach nicht gewohnt zu handeln und selbst auf Flohmärkten bin ich nicht soooo hartnäckig, wie man es vielleicht sein sollte. Aber wenn man eines in Marokko lernt, dann ist es das Feilschen. Wenn man nicht feilscht, wird man eher als Schwachkopf abgestempelt, denn Handeln gehört dort einfach dazu (außer bei Lebensmitteln!).

Ich hatte schon echt viel darüber gelesen und auch schon einige echt schräge Stories über die Souks in Marokko gehört, aber eigentlich war ich im Endeffekt positiv überrascht. Das ganze war wirklich nicht so schlimm, wie es oft dargestellt wird. Ein einfaches "Non, Merci" mit einem Lächeln wurde meistens akzeptiert. Nur einmal musste ich einer Dame wirklich meine Hand entreißen, weil sie mir unbedingt Henna auf meine Hand malen wollte und mein Nein partout ignoriert hat. Alles in Allem sind die Verkäufer zwar ein bisschen pushy, aber nie wirklich aufdringlich!

Dazu sei gesagt, dass es gerade in den Souks von Marrakesch wirklich turbulent zugeht und ich mich am Ende des Tages schon ein bisschen wie nach einem Samstag bei Ikea gefühlt habe. Das ist aber mein persönliches Empfinden, denn ich habe einfach nicht so eine wahnsinnig hohe Toleranzgrenze und zu viele Eindrücke gepaart mit wahnsinnig vielen Menschen ( und Fahrrädern, Mopeds, etc.) laugen mich kognitiv einfach aus.

In Essaouira war das Shoppen in den Souks für mich viel angenehmer. Einerseits, weil die Straßen nicht so voll sind und andererseits, weil alle viel entspannter sind. Es ist überhaupt nicht so pushy wie in Marrakesch. Zusätzlich ist die Qualität der Ware (meistens!) auch wirklich viel besser - Kunsthandwerk wird hier groß geschrieben! Die Verkäufer geben einem alle Zeit zu Stöbern, die man braucht und drängen dir nicht noch fünf andere Produkte auf. Trotzdem gilt: Nie den ersten Preis annehmen! Handeln gehört zum guten Ton und man braucht sich dabei wirklich nicht schlecht fühlen. Der Händler wird euch immer nur soweit runter gehen, wie es sich für ihn rechnet, also braucht man kein schlechtes Gewissen haben. Natürlich sollte man nicht frech werden und unterirdisch niedrige Preise nennen. Am besten man überlegt sich vorher, was man bereit ist, für ein Produkt zu zahlen und vergleicht vorher schon ein bisschen Preise.

Vegan in Marokko

Ich habe versucht, so gut es ging vegan zu essen. Manchmal, muss ich gestehen, weiß man aber einfach nicht genau, was wo drinnen ist. In Marrakesch gibt es einige eher westlich angehauchte Cafés und Restaurants, wo teilweise auch ausgeschildert ist, was wo drinnen ist und was vegan ist. In Essaouira gibt es teilweise sogar vegane Cafés. Einmal habe ich aber z.B. in meinem Riad Frühstück serviert bekommen, und da war es mir wirklich zu blöd, bei hausgemachtem Fladenbrot etc. immer nachzufragen. Fleisch und Fisch habe ich natürlich gemieden, aber ob jetzt irgendwo Butter drinnen war oder sonst was, oder ob mein Gemüse mit dem Fleisch in der gleichen Pfanne war, war mir dann einfach egal. Vegetarisch geht grundsätzlich wunderbar und man bekommt überall etwas. Vegan ist, besonders wenn man nicht in die Touristenfallen gehen möchte, etwas schwierig. Ich werde aber noch einen eigenen Post über meine Restaurant-Tipps schreiben :).

Solo Travel 

Ich wurde ziemlich oft gefragt, wie es ist als Frau alleine durch Marokko zu reisen. Ich persönlich hatte gar keine Probleme und hatte auch nicht das Gefühl, dass ich irgendwie Angst haben müsste. In anderen muslimischen Ländern habe ich mich teilweise auch in Begleitung nicht so wohl gefühlt wie in Marokko alleine. In Marrakesch würde ich aber Nachts nicht alleine durch leere Gassen gehen wollen, auch wenn es untertags gar kein Problem ist. In Essaouira war es um einiges entspannter und ich habe mich auch viel sicherer gefühlt und konnte auch abends gut alleine durch die Stadt spazieren. Ich denke, es wird von Ort zu Ort verschieden sein. Mit ein bisschen Hausverstand sollte es aber vorallem in den touristischen Gegenden gut machbar sein. Natürlich wird man manchmal angesprochen, aber es war nie ungut oder pushy. Alles in Allem hatte ich immer das Gefühl, dass mich alle wirklich nett und respektvoll behandeln.

What to wear

Da ich im März in Marokko war hatte ich gar nicht wirklich die Gelegenheit, mich eventuell unangemessen anzuziehen. In Marrakesch war es schon recht warm mit 20 Grad durchschnittlich, also waren Jeans und Tshirt immer passend. An der Küste, also in Rabat, Casablanca und Essaouria ging aber teilweise wirklich starker Wind, wodurch die gefühlte Temperatur recht niedrig war. Mir wurde öfter gesagt, dass es dort auch im Sommer nicht so wahnsinnig heiß wird, weil der Wind die Luft doch stark abkühlt. Ich war mit meinem dünnen Mantel und meinem Tuch jedenfalls gut beraten! Vorallem in Essaouira habe ich aber auch öfter Mädels (auch Locals) gesehen, die weitaus sexier gekleidet waren als ich mit meinem Oversizemantel. Ich persönlich würde es aber nicht umbedingt darauf anlegen und mich trotzdem eher bedeckt kleiden, also den Körper von den Schultern zu den Knien bedecken - einfach aus Respekt vor der Kultur und nicht weil es unbedingt nötig wäre.

Tipps & Tricks

Hier noch einige Tipps und Nobrainer, die vielleicht hilfreich sein könnten :)

Zuerst zur Sprache: Grundsätzlich spricht man hier neben Arabisch Französisch. Mit Englisch kommt man dagegen nicht so weit, vor allem in den nicht so touristischen Gegenden. Die Menschen sind aber sehr gewillt, einen irgendwie zu verstehen. Ich bin mit meinem super eingerosteten Französisch ganz gut durchgekommen. Mein Vorteil war aber sicher, dass ich Französisch noch sehr gut verstehe - nur beim Sprechen fehlen mir öfter mal Vokabel, aber mit Händen und Füßen konnte ich mich immer irgendwie verständlich machen :). Am besten man merkt sich ein paar wichtige Begriffe vorab, oder man hat eine gute App zum Übersetzen.

Zum Thema Wifi: Eigentlich gibt es in wirklich jedem Café gratis Wlan, auch die Unterkünfte sind meistens damit ausgestattet. Wem das nicht reicht, für den gibt es am Flughafen Prepaid Simkarten zu kaufen, die man einfach wieder aufladen kann. Bei mir haben Mädels am Flughafen gratis 2GB Simkarten verteilt, ich musste leider feststellen, dass sie nicht aufgeladen war. Irgendwie habe ich dann dauernd vergessen, sie aufzuladen und habe dann beschlossen, dass es auch so gut geht. Außerdem war die offline Zeit wirklich mal sehr nett ;-)

Geld: In Marokko wird mit Dirham gezahlt. Das ist eine geschlossene Währung, dass heißt man darf ihn (eigentlich) weder nach Marokko einführen noch ausführen. Ich habe es immer so gemacht, dass ich einfach am Geldautomaten genügend Bargeld abgehoben habe. Bargeld ist wichtig, den meistens werden keine Kreditkarten akzeptiert! Es gibt aber, vor allem in der Medina, viele Automaten. Man sollte aber lieber ein bisschen im Vorraus planen, den pro Tag und pro Karte darf man "nur" 2000 Dirham abheben. Das sind umgerechnet etwa 185€.

Alles in allem hatte ich eine wunderschöne Zeit in Marokko! Ich habe die Menschen als wahnsinnig zuvorkommend und gastfreundlich erlebt. Zudem lernt man auch wirklich schnell Leute kennen, weil man leicht mit allen ins Gespräch kommt - die Menschen, die ich getroffen habe, waren alle super offen und interessiert! :)

 

Wart ihr schon mal in Marokko? Wenn ja, was waren eure Highlights? Oder habt ihr andere Tipps? Freue mich über Feedback! :) 

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0